ADHS im Erwachsenenalter – wenn Gedanken rasen und der Alltag zur Herausforderung wird.

Viele Erwachsene merken erst spät, dass ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) die Ursache für langjährige Schwierigkeiten im Beruf, in Beziehungen oder im Selbstwert sein könnte. Die Diagnose bringt oft Klarheit – und eröffnet neue Wege der Unterstützung.

ADHS ist längst nicht mehr nur ein Thema im Kindesalter – auch immer mehr Erwachsene erhalten die Diagnose, insbesondere bei der sogenannten impulsiven Ausprägung. Viele Betroffene beschreiben das Gefühl, ständig „unter Strom zu stehen“, was nicht nur für sie selbst belastend ist, sondern auch ihr Umfeld stark beanspruchen kann. 

Deshalb unterstützen wir nicht nur Menschen mit ADHS selbst, sondern stehen auch ihren Angehörigen beratend zur Seite. Ein ganzheitlicher Blick auf die Herausforderungen und auf die Stärken, hilft allen Beteiligten, besser mit der Situation umzugehen.



Erscheinungsbild:

Kernsymptomatik:
Nach ICD-10 und DSM-IV beschreiben folgende Phänomene unabhängig vom Lebensalter als
Kernsymptomatik:

  1. Aufmerksamkeitsdefizit
  2. (motorische) Hyperaktivität
  3. Impulsivität

Infolge der Kernsymptomatik treten in der Regel weitere Symptome, wie chronische innere
Unruhe, Vergesslichkeit und starke Stimmungsschwankungen auf, die zu Problemen in der
Lebensführung und Alltagsbewältigung führen.



ADHS und Neurodiversität:

ADHS ist ein neurodiverses Erscheinungsbild, das sich in verschiedenen Bereichen des Denkens, Fühlens und Handelns zeigt. Bei ADHS kommt es zur Störung des Dopamin- und Noradrenalinspiegels, das bei schwerer Ausprägung zu einer Vielzahl von psychosozialen Belastungen führt.



Die sogenannte Utah-Kriterien beschreiben typische Merkmale, die häufig bei Erwachsenen mit ADHS beobachtet werden. Dazu zählen eine ausgeprägte Unaufmerksamkeit, bei der es schwerfällt, sich länger auf Aufgaben zu konzentrieren, etwa wenn man etwas holen möchte und dabei leicht abgelenkt wird. Hyperaktivität äußert sich nicht nur in körperlicher Unruhe, sondern auch in einem inneren Getriebensein. Impulsivität zeigt sich in spontanen Entscheidungen oder Handlungen ohne ausreichende Überlegung.

Viele Betroffene berichten außerdem von Stimmungsschwankungen, sprachlichem Durcheinander sowie einem überbordenden Temperament, das oft zu desorganisiertem Verhalten führt. Auch kann emotionale Überaktivität (Stressintoleranz) eine weitere Ausprägung sein. Viele Betroffene berichten zudem von desorganisiertem Verhalten. Diese Symptome können den Alltag erheblich beeinträchtigen – sowohl beruflich als auch privat. Beobachtete Probleme, beispielsweise im Conners-Test (ein Diagnoseinstrument für ADHS), umfassen unter anderem das Vermeiden oder Abbrechen von Aufgaben, Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung von Fokus und Anstrengung, sowie Probleme im Umgang mit äußeren und inneren Anforderungen. Auch das Selbstkonzept ist häufig betroffen – viele Menschen mit ADHS erleben sich selbst als „nicht genug“ oder „ständig scheiternd“, obwohl sie in vielen Bereichen außergewöhnliche Fähigkeiten mitbringen.

Ein Verständnis von ADHS als Teil der Neurodiversität hilft, diese Unterschiede nicht als Defizite, sondern als individuelle Ausprägungen des menschlichen Gehirns zu sehen. Wichtig ist es Sie individuell zu begleiten und unterstützende Strukturen zu schaffen – im Alltag, im Berufsleben und in der Gesellschaft.

Zu Beginn der Therapie steht eine ausführliche Diagnostik. Aufgrund der hohen Komorbidität bei ADHS ist neben der Diagnostik wichtig, die Krankheit in Bezug zu setzen in verschieden, eventuell auch widersprüchlichen Ereignisse, Interaktionsformen, Dynamiken und Problemversuchen und deren Auswirkungen auf die therapeutische Beziehung, somit ist ein breites Bild der Problematik nachvollziehbar.

Viele Betroffene kommen infolge von Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen in die Praxis. Diese können folgen von ADHS sein, müssen es aber nicht. In der Therapie geht es nicht nur darum, Symptome zu lindern, sondern vor allem darum, den eigenen Alltag besser zu strukturieren, Selbstwert aufzubauen und neue Strategien im Umgang mit Herausforderungen zu entwickeln. ADHS wird oft multimodal behandelt – d. h. durch eine Kombination aus Psychotherapie, Psychoedukation, ggf. medikamentöser Unterstützung und Alltagshilfen.

Ein zentraler Bestandteil der Therapie ist die Aufklärung über ADHS –die sogenannte Psychoedukation. Dieses Wissen hilft, sich selbst besser zu verstehen und den eigenen Umgang mit ADHS aktiv zu gestalten. Wenn Sie sich in den beschriebenen Symptomen wiederfinden oder den Verdacht haben, dass ADHS eine Rolle in Ihrem Leben spielt, laden wir Sie herzlich zu einem unverbindlichen Erstgespräch ein.




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